Wie möchtest du 2026 als Lehrkraft sein?

Ich persönlich liebe Jahreswechsel. Ich bin dankbar für diesen natürlichen Umbruch – dafür, dass sich unser Leben nicht einfach Tag für Tag aneinanderreiht. Vielleicht bist du gerade dabei, dir Vorsätze für das neue Jahr zu machen. Auch ich habe das früher mit großer Begeisterung getan.

Doch Vorsätze haben für mich einen entscheidenden Haken:
Sie lassen oft nur ein Ergebnis zu – keine Entwicklung. Und wenn wir scheitern, werfen wir nicht selten gleich alles über Bord. Vorsätze setzen unter Druck, können einengen und im schlimmsten Fall sogar toxisch sein (erst heute erschien dazu ein Blogbeitrag von Stefanie Stahl – unbezahlte Werbung)

Mit deinem Wertekompass machst du das Jahr bewusst zu DEINEM Jahr.

Ich habe mich bewusst von klassischen Vorsätzen verabschiedet.Stattdessen frage ich mich jedes Jahr: Was möchte ich mehr leben? Diese Frage lässt Freiraum und zielt nicht auf ein starres Ziel. 

Ich lege für mich drei Werte fest, die mich wie ein persönliches Motto durch das Jahr begleiten. Werte sind für mich ein innerer Leitfaden, eine Rückbesinnung, ein Kompass. Sie holen mich zurück, wenn ich vom Weg abkomme, und geben mir Orientierung in herausfordernden Momenten.

Diese Werte unterscheiden sich bei mir klar zwischen dem privaten und dem beruflichen Bereich – und genau deshalb lohnt es sich, beide getrennt zu betrachten.

Wie möchtest du 2026 als Lehrkraft sein?

Mit diesem Blogbeitrag möchte ich dich einladen, dir bewusst diese Frage zu stellen:

  • Welche Werte sollen dich durch das Schuljahr tragen?
  • Was hilft dir, deine Arbeit weiterhin mit Freude, Sinnhaftigkeit und innerer Stärke zu tun?
  • Wie möchtest du dich fühlen, wenn du an deinen Berufsalltag denkst?

Im Folgenden zeige ich dir mein Vorgehen – du kannst es gern für dich nutzen, wenn du 2026 bewusster und stimmiger gestalten möchtest.

Dein Wertekompass für 2026 – Schritt für Schritt

1. Ankommen
Schließe für einen Moment deine Augen.
Atme tief ein und aus.
Lass das vergangene Jahr aus beruflicher Perspektive vor deinem inneren Auge vorbeiziehen – ohne zu bewerten. Alles darf da sein.

2. Deine Stärken würdigen
Welche drei Dinge machen dich als Lehrkraft aus?
Welche Werte lebst du bereits, die dir selbst und den Kindern guttun?
(Zum Beispiel: Geduld, Verlässlichkeit, Humor, Klarheit, Mitgefühl …)

3. Ehrlich hinschauen
Wo tust du dich noch schwer?
Wo haderst du mit dir?
Wo wirst du dir selbst nicht gerecht?
Wo bist du zu streng – mit dir oder mit anderen?
Wo lebst du beruflich noch nicht deine Wahrheit?

Beispiele:

  • Überarbeitung
  • abwertendes Reden über Kinder
  • zu wenig Einstehen in Konferenzen oder gegenüber der Schulleitung
  • zu viele Aufgaben „nebenbei“
  • herausfordernder Elternkontakt
  • Unsicherheit bei Noten oder Leistungsbewertung

 

4. Durchatmen. Wirklich.
All das ist menschlich.
Unser Beruf ist anspruchsvoll, emotional und fordernd.
Manchmal werden wir den Kindern nicht gerecht. Manchmal den Eltern. Und oft uns selbst nicht.

Und weißt du was? Das ist okay.
Allein, dass du hinschaust, zeigt, wie wichtig dir dein Beruf ist. Das verdient Anerkennung – keine Selbstverurteilung.

5. Deine Werte finden
Welche Werte könnten dir helfen, mit diesen Herausforderungen besser umzugehen?

  • Brauchst du mehr Leichtigkeit?
  • Mehr Selbstbewusstsein?
  • Besseres Zeitmanagement?
  • Mehr Ehrlichkeit – dir selbst oder anderen gegenüber?
  • Mehr Abgrenzung, mehr Freizeit, mehr Ausgleich?
  • Mehr Selbstwirksamkeit oder Selbstliebe?

Wähle drei Werte, die dich 2026 als Lehrkraft tragen und begleiten dürfen.
Nicht als Anspruch.
Sondern als Einladung an dich selbst.

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